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karl-marx-biografie.de 30.06.2011

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Karl Marx Biografie

1818

Am 5. Mai 1818 wird Karl Marx als drittes Kind des Anwaltes Heinrich (Heschel) Marx und Henriette Marx (geborene Presburg) in Trier geboren.
Von 1830 bis 1835 besuchte Karl Marx das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier, wo er mit 17 Jahren das Abitur ablegte. 1835 beginnt Karl Marx das Studium der Rechtswissenschaften in Bonn.

1830

1836

Karl Marx verlegt sein Studium nach Berlin und erweitert es um Philosophie. Dort nähert er sich dem Kreis der “Junghegelianer” an.
Promotion in absentia an der Universität Jena zum Doktor der Philosophie. Seine Dissertation trägt den Titel “Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie”.

1841

1842

Karl Marx ist Redakteur (ab Oktober Chefredakteur) der liberalen “Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe” in Köln. 1843 heiratet Karl Marx seine Jugendliebe Jenny von Westphalen in Bad Kreuznach. Aus der Ehe gehen sieben Kinder hervor.
Gemeinsam mit Arnold Ruge Herausgeber der Zeitschrift “Deutsch-Französische Jahrbücher”. Beginn der lebenslangen Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels.

1844

1845

Auf Betreiben der preußischen Regierung wird Marx aus Paris ausgewiesen. Seine preußische Staatsangehörigkeit gibt er auf und bleibt Zeit seines Lebens staatenlos. Umzug nach Brüssel.
Marx und Engels erhalten vom “Bund der Kommunisten” den Auftrag, eine programmatische Schrift für die Reorganisation des Bundes zu verfassen. Gemeinsam mit Engels gründet er in Brüssel den “Deutschen Arbeiterverein”.

1847

1848

Die Schrift wurde im Revolutionsjahr 1848 veröffentlicht und ging als Kommunistisches Manifest in die Geschichte ein. Nach Ausbruch der Märzrevolution ging Marx nach Köln und war dort einer der Führer der revolutionären Bewegung.
Am 6. Mai wird Marx aus Deutschland ausgewiesen. Nach einem Monat in Paris ging Marx mit seiner Familie ins Exil nach London. Dort lebte er anfangs in sehr dürftigen Verhältnissen von gelegentlichen Arbeiten bei internationalen Zeitungen.

1849

1852

In London erscheint die Artikelserie “Der achtzehnte Brumaire des Louis Napoleon” zur Machtergreifung Napoleons III.
Als erste systematische Darstellung der Marx?schen ökonomischen Grund-gedanken erschien 1859 Zur Kritik der politischen Ökonomie.

1859

1864

Marx beteiligt sich federführend an der Gründung der Internationalen Arbeiter-Assoziation und nimmt eine leitende Position ein.
Das erste der drei Bände seines Hauptwerks Das Kapital erscheint. Die restlichen Bänden werden nach seinem Tod von Engels herausgegeben.

1867

1871

Marx arbeitet an der von Liebknecht herausgegebenen Zeitschrift “Der Volksstaat” mit. 1872 stirbt seine Frau Jenny.
14. März: Karl Marx stirbt im Alter von 64 Jahren in London. Auf seinem Gedenkstein steht geschrieben: ?Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!?

1883

Karl Marx Denken

Karl Marx gilt als einflussreichster Theoretiker des Kommunismus, dessen Schriften die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhundert und 20. Jahrhunderts weltweit, von der SPD bis zur KPD, von den sozialistisch-kommunistischen Bewegungen Lateinamerikas, Russlands bis nach Ostasien, entscheidend, wenngleich auf sehr unterschiedliche Weise, geprägt haben. In der modernen Volkswirtschaftslehre wird er den Nationalökonomen zugeordnet. Auch die Philosophie und andere Geisteswissenschaften sowie die Sozialwissenschaften beeinflusste Marx, wobei die Anhänger seiner Theorie in verschiedenen Disziplinen oft unter dem Begriff des Marxismus zusammengefasst werden.

Kommunismus und klassenlose Gesellschaft

Zusammen mit seinem lebenslangen Freund und Mitstreiter Friedrich Engels bemühte sich Marx um die Entwicklung eines ?wissenschaftlichen Sozialismus?, den er vor allem gegen die idealistischen Utopien des Frühsozialismus abgrenzt. Marx versucht nicht, eine fertige Utopie des Kommunismus zu entwerfen, sondern begreift das Ziel des Kommunismus als etwas, welches sich aus den materiellen und historischen Bedingungen entwickelt. Die kommunistische Bewegung begreift Marx dabei als ?die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl? (Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4:472). Träger einer notwendigen revolutionären Umwälzung sei das in einer Arbeiterpartei organisierte Proletariat (die Arbeiterklasse), welches die Pflicht habe die politische Macht zu erobern und die Kapitalistenklasse zu enteignen. Diese Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln (Boden, Fabriken, Maschinen etc.) sei die Hauptbedingung für eine Entwicklung zum Kommunismus. Nach und nach würden die Klassengegensätze und die Klassen selbst verschwinden. Die genauen Konturen einer kommunistischen, klassenlosen Gesellschaft wurden dabei aber oft nur vage umrissen.

Kritik der politischen Ökonomie

Um die Bedingungen für eine kommunistische Bewegung zu erfassen, aber auch, um die bestehenden Verhältnisse adäquat kritisieren und damit bekämpfen zu können, bemüht sich Marx Zeit seines Lebens um eine grundlegende ökonomische Analyse der kapitalistischen Gesellschaft. In seinem insgesamt 2200 Seiten umfassenden dreibändigen Hauptwerk Das Kapital (Bd. 1: 1867, Bd. 2 und 3 postum) unternimmt Marx eine fundamentale ?Kritik der politischen Ökonomie?. Dies beinhaltet einerseits die Analyse der Warenform, des Kapitals, des Geldes und der kapitalistischen Produktions- und Besitzverhältnisse, in welche die Produktion des gesellschaftlichen Reichtums in der bürgerlichen (d. h. kapitalistischen) Gesellschaft eingebettet ist. Andererseits beinhaltet die Kritik der bürgerlichen Ökonomie auch die Kritik an den klassischen bürgerlichen Theoretikern der Ökonomie wie Adam Smith oder David Ricardo, die Marx mit zum Teil scharfer Polemik angreift. Eine der zentralen Thesen der Marxschen Theorie des Kapitalismus ist der unversöhnliche Klassengegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie, auf dem der innerhalb der bestehenden Verhältnisse unüberwindbare Antagonismus der kapitalistischen Gesellschaft beruhe.

Geschichtsphilosophie

Die Marx’sche Geschichtsphilosophie wurde als Historischer Materialismus bekannt. Nicht die Ideen werden als grundlegende Bewegungskraft der Geschichte angesehen, sondern die materiellen Verhältnisse, die die Hervorbringung der Ideen grundsätzlich bestimmen:

“Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.”

Das bedeutet jedoch keinen Determinismus des Materiellen, sondern eine dialektische Wechselbeziehung zwischen Sein und Bewusstsein, Notwendigkeit und Freiheit:

“Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbst gewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.”

Die sozioökonomische Entwicklung soll gleichsam naturgesetzlich von der ?freien? Urgesellschaft über Sklavenhalter- und Feudalgesellschaft, zur bourgeoisen (industriellen kapitalistischen) Gesellschaft über den durch Revolution zu erreichenden Sozialismus hin zum Kommunismus führen. Befördert wird dies durch dialektische Sprünge in Form zunehmender Macht- und Kapitalkonzentration (Akkumulation). Spiegelbildlich zur durch arbeitsteilige Wirtschaftsorgansisation zunehmenden Selbstentfremdung der Ausgebeuteten organisiert sich das Kapital in Monopolen und repressiven Überbaustrukturen (Staat), welche durch Klassenkampf und Revolution in der industriellen Gesellschaft überwunden werden.

Philosophie und Religionskritik

Die Aufgabe der Philosophen, die Marx als Ideenproduzenten beschreibt, sieht er in der Aufhebung der Philosophie, das heißt in ihrer praktischen Verwirklichung:

“Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt drauf an, sie zu verändern.”

Marx kritisiert zugleich alle Formen einer idealistischen Philosophie und insbesondere der Religion, die nach Marx nur dazu dient, die Existenz des Menschen durch Träumereien und Trost im Jenseits erträglich zu machen und so das faktische Elend zu verlängern und zu legitimieren. In einem berühmten Ausspruch bezeichnet Marx die Religion deshalb als ?Opium des Volkes?. Marx zählt damit zusammen mit Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud zu den bedeutendsten Religionskritikern der Neuzeit. Religion ist für ihn, wie bereits für Feuerbach, dessen Religionskritik Marx übernimmt und weiterführt, ein ideologisches Hirngespinst der von sich selbst entfremdeten Menschen:

“Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen.”

Die Überwindung dieses Hirngespinstes bedarf jedoch nicht nur der theoretischen Kritik, sondern der materiellen Veränderung jenes Lebens, das die Religion als ?Stoßseufzer der bedrängten Kreatur? erst nötig macht:

“Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf.”

Karl Marx war zusammen mit Friedrich Engels Taufpate von Karl Liebknecht.

Klassenkampf und Revolution

Das Subjekt der Veränderung der Welt erblickt Marx in der sozialen Klasse des Proletariats, das als diejenige Klasse der Gesellschaft, die auch ihre Güter produziert, als einzige die Macht besitze, eine kommunistische Umwälzung erfolgreich zu vollziehen. Auch sei das Proletariat diejenige Klasse mit dem größten Interesse an einer Revolution, da es durch die kapitalistischen Verhältnisse strukturell und praktisch unterdrückt, ausgebeutet und entfremdet sei. So endet das programmatische Manifest der kommunistischen Partei von 1848 mit den Worten:

“Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.”

Der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie vollzieht sich nach Marx als ?Diktatur des Proletariats?, als Herrschaft der unterdrückten Mehrheit über die ehemaligen Unterdrücker, als ?Expropriation der Expropriateure?, d. h. als ?Enteignung der Enteigner?. Die Übergangsphase der Diktatur des Proletariats setzt Marx auch mit dem Sozialismus gleich; der Begriff des Kommunismus ist einem fortgeschrittenen Stadium der klassenlosen Gesellschaft vorbehalten, in welchem der Staat und mit ihm alle Unterdrückungsgewalt unnötig geworden und abgestorben ist und die sich ?auf ihre Fahne? geschrieben hat:

“Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!”

Karl Marx Werke

1844

Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie
Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre
Die heilige Familie
Die deutsche Ideologie
Die kurzen elf Thesen über Feuerbach

1845

1847

Das Elend der Philosophie
Manifest der Kommunistischen Partei

1848

1849

Lohnarbeit und Kapital
Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie

1857

1859

Zur Kritik der politischen Ökonomie
Lohn, Preis und Profit

1865

1867

Das Kapital – Band 1: Der Produktionsprocess des Kapitals
Das Kapital – Band 2: Der Circulationsprocess des Kapitals

1885

1894

Das Kapital – Band 3: Der Gesammtprocess der kapitalistischen Produktion

Karl Marx Zitate

“Die Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte.”
“Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.”
“Das Sein bestimmt das Bewusstsein.”
“Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, daß sich vieles ändern läßt, bloß nicht die Menschen.”
“Freiheit ist ein Luxus, den sich nicht jedermann leisten kann.”
“Der gesellschaftliche Fortschritt lässt sich exakt messen an der gesellschaftlichen Stellung des schönen Geschlechts.”
“Religion ist Opium für das Volk.”
“Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.”
“Wer nichts achtet, ächtet sich selbst.”
“Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.”

 

 

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